Welche Rolle spielt die Regionalität eines Individualsoftware-Anbieters

Es hat seine Vorteile, einen regionalen Anbieter zu suchen: schneller physischer Austausch, vor-Ort-Service …

Doch auch eine Software-Entwicklung über weite Strecken ist möglich.  Wie, soll dieser Beitrag klären.

Erste Voraussetzung: gleicher kultureller Hintergrund

Software-Entwicklung ist mehr als nur Programmieren: Die Entwickler brauchen auch kulturelles Hintergrundwissen, beispielsweise was eine PLZ ist. Andernfalls verbringen Sie einen Großteil des Projekt-Managements mit dem Erklären von Selbstverständlichkeiten, wenn die Programmierer wieder etwas umgesetzt haben, was Sie so gar nicht wollten.

Für Individualsoftware-Firmen achten Sie also darauf, dass diese möglichst aus dem selben kulturellen Kreis kommen, am besten im DACH-Bereich. Sind Ihre Budgets stark begrenzt, ist Osteuropa immer noch die bessere Wahl als Indien oder Afrika. Ebenfalls macht es Sinn, nachzuprüfen, ob eine Firma schon mal mit Ihrer Branche Berührung hatte. Denn für Sie selbstverständliche Fachbegriffe müssen entsprechend von Ihnen explizit definiert werden, um sie in Software abzubilden.

Software-Entwicklung in Fern-Kommunikation

Ist die Software-Firma räumlich weit entfernt, fällt die Möglichkeit weg, einfach mal ein Problem zu „zeigen“. Am Telefon zu erklären, dass es „nicht geht“, ist ebenfalls ein Rätselrate-Spiel, das Sie möglichst vermeiden wollen.

Haben Sie ein Problem mit der Software, empfiehlt es sich, den Fehler in folgenden Schritten nachzuvollziehen und zu melden:

  • Machen Sie sich bewusst, durch welche Menüs Sie gewandert sind, bevor das Problem auftrat. Wohin haben Sie geklickt? Wurden zwischendurch leere Flächen angezeigt? Oder landen Sie plötzlich auf einer komischen Seite?
  • Vermeiden Sie Formulierungen wie
    • „Es geht nicht“ – das ist selbstverständlich, wenn Sie den Fehler melden
    • „Ich habe nichts gemacht“ – natürlich haben Sie etwas gemacht. Sie haben sich durch Menüs geklickt, Formulare ausgefüllt, Buttons gedrückt. Beschreiben Sie das auch so.
    • „Das gefällt mir noch nicht so“ – das mag zwar stimmen, lässt die Entwickler aber im Dunkeln, was genau Ihnen nicht gefällt. Versuchen Sie, in Anforderungen zu kommunizieren.
  • Machen Sie möglichst Screenshots aller Schritte und fotografieren Sie Fehlermeldungen
  • Die Entwickler können Ihnen zeigen, wie Sie die Fehlermeldungen auslesen. Leiten Sie diese am besten mit weiter, wenn sich verdächtige Fehlermeldungen zeigen.

Ein Ticket-Sytem hilft Ihnen und den Entwicklern ebenfalls, die Übersicht zu behalten: Für jedes Problem, das Sie haben, ziehen Sie ein Ticket, in dem Sie das Problem oder den Feature-Wunsch beschreiben. Anschließend können Sie nachvollziehen, was die Entwickler bereits getan haben, um das Problem zu lösen. Die Firma Launix verwendet beispielsweise das System Gogs.

Updates der Software per E-Mail zu versenden ist ebenfalls nicht mehr Zeitgemäß. Mit sogenanntem Git-Deployment ist es möglich, die Software bei Ihnen so zu installieren, dass Sie per Knopfdruck ein Update vom Hersteller über eine verschlüsselte Leitung bekommen.

Fazit

Software-Entwicklung über große Entfernungen ist prinzipiell möglich. Es muss allerdings ein gemeinsamer kultureller Kontext bestehen, sowie die technischen Möglichkeiten vorhanden sein, effizient zu kommunizieren.

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